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Wie können personenbezogene Daten effektiv und effizient geschützt werden? Wie bleibt Innovation trotzdem möglich? Die Bundesstiftung bietet ein Forum für die notwendige Diskussion.

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Inhalt

10.12.2020

DatenDialog Online: "Weniger Datenschutz und Freiwilligkeit bei der Corona-Warn-App?"

Im Frühjahr wurde die Corona-Warn-App der Bundesregierung vorgestellt. Die Stiftung Datenschutz hatte dazu auf dem DatenTag Online mit Expertinnen und Experten die Vor- und Nachteile der verschiedenen Lösungsansätze diskutiert.

Aktuell wird in Medien und Politik von vielen der Vorwurf erhoben, die Corona-Warn-App könne ihr Potential nur voll entfalten, wenn der Datenschutz eingeschränkt wird. Zur Bedeutung des Datenschutzes und zur Frage der Freiwilligkeit sprachen wir deshalb mit Fachleuten in unserem DatenDialog Online.

Die Aufzeichnung


Präsentation Henning Tillmann

Technik der Corona-Warn-App


Während die Experten diskutierten, gab es im Chat einen lebhaften Austausch. Hier einige Stimmen (anonymisiert und gekürzt):


Wie könnte die Corona-Warn-App verbessert werden?

"Zentral verbesserungswürdig bei der CWA ist die Freiwilligkeit, positive Testergebnisse zu teilen. Es widerspricht einfachsten Grundregeln der Ethik (Kategorischer Imperativ)."

"Ein Kontakttagebuch [innerhalb der App] wäre eine gute Sache, z.B. mit einem temporär gespeichertem 'Aufenthaltsverlauf'"

"Die App könnte noch wichtige Aufgaben erfüllen, beim Rollout der Impfungen, und der Verhinderung der dritten Welle, um endlich den R-Wert unter 1 zu bekommen, und vor allem auf Landkreisebene genauere Risikoabschätzung zu ermöglichen, also Feedbackprozesse im Verhalten der Einzelnen wesentlich zu optimieren."

"Für Netzwerkeffekte wäre eine glaubhafte und effektive Risikowarnung erstmal ausreichend, hierfür ist eine messbare Erfolgskontrolle unbedingt notwendig und auch datenschutztechnisch möglich."

Wie könnte die Akzeptanz verbessert werden?

"Wäre diese App nicht deutlich erfolgreicher gewesen, wenn die Installation automatisch über Google/Apple stattgefunden hätte (meinetwegen auch mit "opt out")? Ich behaupte, wir hätten eine Installationsquote von 80 % statt 20% gehabt, wenn die Installation automatisch mit Opt-out-Option erfolgt wäre."

"Wären positive Anreize wie Einkaufsgutscheine für die Nutzung der Corona-Warn-App über eine gewisse Zeit oder ähnliches eine Option, um größere Nutzerzahlen zu erreichen?"

"Die Frage, warum weniger als ein Viertel der Bundesbürger diese App runtergeladen hat, ist essentiell, sie wird aber nicht diskutiert."

"Könnten sich alle Betroffenen darauf verlassen, dass ein Missbrauch der [in der CWA gesammelten] Daten ausgeschlossen wäre, wäre die Akzeptanz sicher.  So kann es zurecht keine Akzeptanz invasiverer Verarbeitung personenbezogener Daten geben."

Was braucht es noch?

"Neben dem System SORMAS gibt es übrigens auch die Anwendung von Quarano, die während des Bundes-Hackathons auf die Beine gestellt wurde und einen Nutzen für die Gesundheitsämter und die Bürger*innen bietet."
Link Sormas: www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/digitalisierung-corona-103.html
Link Quarano: www.quarano.de

"Jetzt gibt es die Exposure Notification Schnittstelle auch ohne Google, sondern unabhängig und Open Source"
https://netzpolitik.org/2020/corona-warn-app-kommt-in-freien-app-store

"Ich frage mich, warum die App NINA (Notfall- Information- und Nachrichten-App) vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe nicht besser genutzt wird. Dort finden sich heute schon Informationen zu den Corona-Themen und was man tun kann. Alle freiwilligen Nutzer dieser App geben z. B. ihren Standort preis, um über relevante Gefahren gewarnt zu werden."


Programm

15:00   Begrüßung
Frederick Richter, Stiftung Datenschutz

15:05–16:30   Diskussion
Corona-Warn-App: Technik, Daten, Freiwilligkeit

  • Prof. Dr. Dr. h.c. Julian Nida-Rümelin, Bayerisches Institut für Digitale Transformation, LMU München
  • Ann Cathrin Riedel, Vorsitzende LOAD e.V. – Verein für liberale Netzpolitik
  • Henning Tillmann, Co-Vorsitzender D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt e.V.

16:30   Schlusswort
Frederick Richter


Als Videokonferenz- und Webinarplattform nutzen wir edudip. Die Daten werden in Rechenzentren in Europa verarbeitet.